Der Vollständigkeit halber ...09.04.08
Ich muss vorausschicken, dass ich weder Wärmepumpenverkäufer, noch Bausachverständiger oder Heizungsinstallateur bin. Ich gebe hier lediglich meine Erfahrungen als Bauherr wieder, der mit WP und Lüftung äusserst zufrieden ist. Mein Architekt hat mir seinerzeit zu einer WP geraten, da er im persönlichen Vergleich mit seinem Nachbarn (nahezu identische EFHs, seines mit Gastherme, das andere mit WP) eine 3-mal so hohe Heizrechnung hatte. Das hat mir imponiert, und so fiel meine Entscheidung abseits aller ökologischen Gesichtspunkte und grosser Werbeversprechen (vor 6 Jahren war die WP noch kein Hype!) nach rein materiellen Erwägungen (ich wollte möglichst niedrige laufende Kosten). So, nun zu den Fakten:
1. Mein WP Strom kostet derzeit ca. 15 ct, ist aber recht teuer, da ich einen überregionalen Anbieter als lok. Stromversorger habe. Vor 6 Jahren lag der Preis übrigens bei 11,2 ct, wenn ich mich recht erinnere, ist also in der Zeit ca. 30% gestiegen. Die benachbarten Stadtwerke verlangen meines Wissens derzeit 11,9 ct. Und Bekannte von mir hatten letzes Jahr noch einen Tarif von 10 Komma nochwas, das kann mittlerweile allerdings gestiegen sein, das gebe ich zu. Alles in allem scheinen Stadtwerke i.d.R. billiger zu sein. Übrigens, bei Verivox gibt es keinen Vergleich für WP-Strom, also bitte nicht Äpfel mit Birnen ...
2. Meine WP (Sole-Wasser, Tiefenbohrung) hat einen el. Anschlusswert von 1,6 kW. Ich denke, dass daraus wohl mindestens so um die 5 kW Heizleistung werden müssen (nominal hat die wie gesagt 7kW), sonst würde ich frieren. Tue ich aber nicht (Bad 23, WZ 22, Küche 21, KiZ 21, SZ 18 Grad). Das sind für mich als Laie reichlich 2/3 Energie aus der Erde. Dass eine Luft-WP bei minus 20 Grad keinen Faktor 3 bringt ist selbst mir als Laie klar ;->
3. Die Lüftung dürfte je nach Stufe so zwischen 100 und 150 W verbraten. WRG ist bei ca. 80% (lt. Techn. Daten, bitte nicht hauen, falls das wieder nicht politisch korrekt ist). Ein Satz Z-Line-Filter kostet für die Anlage ca. 30 Euro.
In eine Diskussion zu Stromkosten, Anbieter etc. will ich mich hier nicht einlassen, da off topic. Mein "normaler" Strom kommt von einem Öko-Anbieter. Ich gebe aber zu bedenken, dass Holzpellets z.B. auch nicht immer billiger werden (Achtung! Diese Info ist nicht von mir selber, sondern von einem Bekannten, der eine Pellet-Heizung hat und damit sehr zufrieden ist). Und die Scheite, die mancher in seinen Kachelofen schmeisst, können auch für Mief in der Umgebung sorgen.
Und damit am Ende auch die Frage-Stellerin ihre Antworten bekommt: Ja, man braucht einen zweiten Zähler, der wird vom Energierversorger eingebaut.
Name: Herr Jür-1693-Gra
Nachtrag09.04.08
Sorry, das hatte ich vergessen: Einen Heizstab im Heizungskreislauf habe ich nicht, es ist einer im Kessel fürs Brauchwasser (2kW). Ganz am Anfange hatte ich da mal eine wöchentliche Aufheizung auf 65 Grad programmiert, wg. Legionellen, mittlerweile habe ich das abgeschaltet. Ergo: In den letzten 3-4 Jahren war der Heizstab nie an.
Name: Herr Jür-1693-Gra
Na JDB, dann doch mal Butter bei die Fische tun...09.04.08
... Kritik mag ja gerechtfertigt sein, aber was empfiehlt denn unser Billichbauer als Heizquelle für die Zukunft??? Dieses besonders unter der Berücksichtigung der Anschaffungskosten und der lfd. Folgekosten. Der Fairneß halber gehen wir nur mal von einer 5%-tigen Steigerung der Energiekosten pro Jahr aus. Auf alle Energiesorten.
Name: MoRüBe
Sorry, was vergessen...09.04.08
... wir sollten von nem halbwegs annehmbaren Dämmstandard ausgehen, also nicht ganz die "Billichg-Schiene". Hausgröße 120 qm. Ich für mein Teil würd nen Fighter 640 einbauen, also Haus mit KWL. Mein Preis für das Teil: 4.300 netto (offizieller Listenpreis in S).
Name: Rüdiger und Monika BergE-Mail-Adresse anzeigenhttp://www.berg-schwedenhaus.de
Da denkt man an nichts Böses, da kommt dieser Schlumpf daher.09.04.08
Meine Thesen:
1. Das Allheilmittel gibt es nicht.
Insbesondere das folgende funktioniert nicht:
Mit wenig Investition niedrige Heizkosten erzielen.
-
2. Die Wärmepumpe wird verklärt.
-
3. Ich sehe eine Menge Lemminge - deswegen 4.
-
4. Aufklärung auch gegen den Strom ist wichtig.
-
5. Herr Jür-1693-Gra hat scheinbar bei seinem Haus alles richtig gemacht. Respekt. Das ist aber die Ausnahme und nicht die Regel.
Ein Wort zu den Kosten wäre wünschenswert.
---
Noch ein paar Standards:
6. Sogenannte Kompaktgeräte (H+WW+WRG) sind niemals so gut wie aufeinander abgestimmte Einzelgeräte.
-
7. Ohne Planung kann man sich gleich ins Knie schießen.
-
etc
Name: Herr JDBE-Mail-Adresse anzeigenhttp://www.super-billig-bau.de
Kosten09.04.08
Übern Daumen waren das in 2003 in etwa folgende Nettopreise: 10K Kompaktgerät (*eg*, ja, das sieht schön aus, nimmt nur den Platz eines Kleiderschranks weg und hat den einen oder anderen Nachteil, das stimmt, aber man muss ja Prioritäten setzen), 1,5K EWT, 2,8K Lüftungsrohre, 6K Bohrung. Zzgl. Einbau. Wer will, kann gerne auf ne Tass Kaff oder ein Bierchen gucken kommen, ich hab da keine Berührungsängste, PLZ-Gebiet 09.
Übrigens habe ich mir viele Tipps vorab aus dem Bau.de Forum geholt, etwas zeitintensiv, aber lohnenswert ...
Name: Herr Jür-1693-Gra
Aus dem Nähkästchen...09.04.08
EFH, Typ "Winkelbungalow", DG nicht ausgebaut.
EnEV-Nachweis liegt mir vor.
Ausgewiesen 1: "Heizlast des Gebäudes: 10kW"
Ausgewiesen 2: "Wärmeerzeuger: Abluft-WP XYZ der Firma 123"
Ein Klick im Internet zum Datenblatt: Leistung 1.5 kW!
-
Betrug oder grober Unfug? Egal. Die Bauherrenfamilie friert.
-
Das ist leider Realität!
-
Name: Herr JDBE-Mail-Adresse anzeigenhttp://www.super-billig-bau.de
Lüftung10.04.08
Möchte die Diskussion um Sinn oder Unsinn von Wärmepumpen nicht stören aber nebenbei die Fragen des Treaderöffners beantworten.
Wir haben eine Pluggit (Avent B 95) Lüftungsanlage,Gesamtkosten waren ~8500€,für ein Haus mit 190m² und 7 Zimmern,also viele Leitungen und Verteiler=mehr Montageaufwand.Der Lüfter verbraucht zwischen 50W und 70W Strom,also 1,2 bis 1,68 kWh pro Tag.Die Anlage sorgt für ein sehr angenehmes Raumklima und hat sich somit bewährt.Ca.alle 4 Wochen werden die Filter der Absaugöffnungen und im Lüftungsgerät gereinigt (mit Staubsauger absaugen)und einmal Jahr die Filter im Gerät erneuert,kosten ~35€,kann man leicht selbst machen.
Wärmepumpe (Luft) kann sich rechnen,wenn man z.B. sowieso Fußbodenheizung haben möchte und in einer Gegend mit milden Klima wohnt.Bei uns (Norddeutsche Tiefebene)war diesen Winter von -20°C nichts zu sehen,nicht einmal -5°C.Da Luftwärmepumpen recht günstig angeboten werden kann sich das durchaus rechnen.Tiefsonden/Grundwasser und ähnliches setzt erst einmal erhebliche Investitionen voraus.
Übrigends,um Mißverständnissen vorzubeugen,wir heizen mit einem Pelletkaminofen und verkaufen keine Wärmepumpen oder Pelletöfen.
Name: Uwe PflüglE-Mail-Adresse anzeigen
@Jür-1693-Gra : Nur mal interesse halber10.04.08
wieviel kWh stehen denn nun im Jahr auf eurer WP-Stromrechnung? und desgleichen wieviele kWh benötigt die Lüftung? Wenn die durchgehend an ist werden es bei 120W immerhin auch 1051 kWh. Wenn das unsere Anlage wäre könnte sie vermutlich ca. 5000kWh einsparen. Immerhin ein reakes ökologisches Plus im Betrieb, wenigstens wenn man die Herstellung der Anlage nicht mitberücksichtigt. Ein Komfortgewinn sowieso.
Sorry aber ihre Aussage Gastherme dreimal so hohe Rechnung wie WP kann ich so nicht glauben, das versprechen ja noch nicht mal die finstersten Protagonisten der WP.
Name: Bernhard KunerE-Mail-Adresse anzeigenhttp://home.arcor.de/bkuner
@Bernhard Kuner10.04.08
Wie ich schon schrub beläuft sich der Verbrauch der WP auf 3200kWh/Jahr, vor 3 Jahren, als es auch mal knackig kalt war im Winter, waren es 3400. Das ist Heizung + WW, wobei sich das WW so 2-3 kWh pro Tag krallt (4-Personen-Haushalt, es wird auch täglich geduscht *g*). Der andere Stromzähler zeigt ca. 3600kWh/Jahr, da sind auch die ganzen Pumpen und die Lüftung mit drinne. Die Lüftung braucht lt. Datenblatt 40-150 bei 50-300cbm. Kennlinie ist zum Stromverbrauch keine dabei, ich weiß also nicht, ob das exponentiell oder linear steigt, im Schnitt lüften wir mit 150cbm, der Verbrauch ist aber auch von der Verschmutzung der Filter abhängig (ich denke schon, dass da wenigstens 100W anzusetzen sind, kann mich aber auch täuschen). Die Anlage läuft ständig. Anzeige zum Stromverbrauch gibt es nicht und ein Messgerät bastel ich jetzt auch nicht extra noch dazwischen ;-)
Das mit dem Faktor 3 hat mir wie gesagt mein Archi erzählt (das war in 2002), der hat sein Haus und das seines Nachbarn entworfen und die sind wohl relativ identisch, zumindest was den Wärmebedarf angeht. Ich kenne aber auch persönlich einige Leute, die locker 1500 Euro fürs Gas hinblättern im Neubau. Ok, ist vielleicht dann kein KfW60 ...
Name: Herr Jür-1693-Gra