Suchefunktion BAU.DE Forum Keller 2684: Drainage ja oder nein

Keller

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Raumtrockner gegen feuchte Keller

Drainage ja oder nein 13.11.08
Hallo, ich weiß zum Thema ist schon viel geschrieben wurden, trotzdem habe ich eine Frage zur Trockenlegung meines Hauses. Es ist ein Altbau 1965 und ist unterkellert. Die Wände sind aus Ziegeln. Da der Putz an einigen Stellen der Außenwände abgeplatzt und versalzt ist, möchte ich den Keller vertikal abdichten (horizontale Sperren sind vorhanden und funktionieren). Es ist eine kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung vorgesehen, mit einer Noppenbahn als Schutzschicht und eigentlich eine Dränage. In meinem Wohngebiet ist der Anschluss von Dränagen an die öffentliche Kanalisation aber grundsätzlich untersagt, eine Vorflut, Sickermulde o.ä. gibt es nicht bzw. ist auf Grund der Grundstückslage auch nicht herzustellen. Der anstehende Boden ist bindig (Lehm und Ton), der Grundwasserstand liegt weit unter Kellersohle (direkt neben dem Haus ist ein Abwasserschacht, der ist 4,60m tief und komplett trocken, keine Feuchtigkeit an Fugen o.ä.). Das eindringende Wasser an den Außenwänden ist auch m.E. kein drückendes Wasser, es läuft also nicht aus den Wänden. Es ist vielmehr durchdringende Bodenfeuchtigkeit, da keine vertikale Abdichtung vorhanden ist. Ich weiß nun nicht, ob ich überhaupt eine Dränage verlegen sollte, da ich nicht weiß wohin mit dem Wasser. Ich könnte höchstens eine mit Kies verfüllte Sickergrube herstellen und das Dränagewasser dort einleiten, aber bringt das was? Die läuft doch bei Regen voll und wohin soll das Wasser versickern, bei den anstehenden, bindigen Böden? Vielen Dank schon mal im Voraus für die Antworten.

  1. Dränage 13.11.08
    Damit die Ableitung des angesammelten Wassers funktioniert, muß logischerweise die Dränage angeschlossen werden. Da bei Ihnen keine Anschlussmöglichkeit vorhanden ist, können Sie m. E. keine Dränage ausführen.
    "Ich weiß nun nicht, ob ich überhaupt eine Dränage verlegen sollte, da ich nicht weiß wohin mit dem Wasser. Ich könnte höchstens eine mit Kies verfüllte Sickergrube herstellen und das Dränagewasser dort einleiten, aber bringt das was". Das kann Ihnen niemand beantworten.
    Aus Sicherheitsgründen und um eine sichere Methode zu wählen, würde ich keine Dränage verlegen sondern das gesparte Geld lieber in eine sichere vertikale Abdichtung investieren. Somit empfehle ich bei dem von Ihnen beschriebenen Boden von LF 6, aufstauendes Sicherwasser, auszugehen.
    "Es ist eine kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung vorgesehen, mit einer Noppenbahn als Schutzschicht." Diese kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung sollten Sie demzufolge 2-lagig, Schichtdicke gemäß Herstellervorschrift, mit eingebettetem Gewebe ausführen. Die Noppenbahn als Schutzschicht muß eine Gleitschicht besitzen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Schwabe
    Name: Thomas Schwabe   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.ibschwabe.de

  2. Möglich wäre 13.11.08
    die Ableitung in einen Sickerschacht, aber dafür braucht es eine Überprüfung des Baugrundes. Vor allem um zu prüfen ab welcher Schicht ausreichend kiesiger/durchlässiger Boden vorliegt.
    Eine äußere vertikale Abdichtung gegen den LAstfall aufstauendes Sickerwasser würde jedoch die Gefahr haben das unter der Bodenplatte Wasser aufstauen könnte.
    Eine richtige Abdichtung gegen den Lastfall aufstauendes Sickerwasser braucht auch eine Abdichtung der Bodenplatte und zwar außen.
    Name: Robert Bachmann   E-Mail-Adresse anzeigen  

  3. Dränage 13.11.08
    "Eine richtige Abdichtung gegen den Lastfall aufstauendes Sickerwasser braucht auch eine Abdichtung der Bodenplatte und zwar außen." Die DIN 18195-6 , auf die Sie sich hier wohl beziehen, gilt ausschließlich und nur für Neubauobjekte. Für nachträgliche Abdichtungen an bestehenden Objekten gibt es Broschüren, Schriften etc, aber keine Vorschrift. Selbst das zutreffende WTA-Merkblatt bezieht sich m.E. nicht auf die Abdichtung des Kellerfußbodens. Denn wie soll praktisch bei einem bestehenden Objekt unterhalb des Kellerfußbodens abgedichtet werden, zumal diese, wie auch hier, meist aus Ziegelpflaster bestehen.
    Natürlich sollte bei aufstauenden Sickerwasser die Bodenplatte auch abgedichtet werden, aber raumseitig, z. B. im Zuge eines neuen Kellerfußbodens.
    Name: Thomas Schwabe   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.ibschwabe.de

  4. DIN 18195 gilt nicht nur für Neubauten 13.11.08
    denn
    – nachträgliche Abdichtungen in der Bauwerkserhaltung oder in der Baudenkmalpflege, es sei denn, es können
    hierfür Verfahren angewendet werden, die in dieser Norm beschrieben werden.
    Dies ist hier nicht der FAll, denn es kann keine (oder nur mit enormen Aufwand) außenseitige umschließende Wanne gebildet werden.
    Bei einer Abdichtung auf der Bodenplatte muss diese auch dem hyraulischen Druck von außen standhalten und entsprechende Auflast aufweisen oder negative Drücke vertragen.
    Bei Ziegelboden aber auszuschließen.
    Vorgehen wäre sinnvoller: Prüfen (lassen) welche Feuchte kommt woher. Welche Nutzung sollen die Räume bekommen und wie ist sinnvoll entsprechend Nutzung und Feuchtelast zu sanieren.
    Interessenhalber habe ich meine Kellersanierungsempfehlungen der letzten Monate mal "durchgezählt"
    Es gab bei keinem eine Notwendigkeit einer Dränanlage
    80% der Keller brauchten keine Außen- und keine Innenabdichtung und waren mit anderen Maßnahmen einer Nuztungsentsprechenden Verwendung zuzuführen.
    Name: Robert Bachmann   E-Mail-Adresse anzeigen  

  5. Vielen Dank, aber... 13.11.08
    Ich werde wohl auf die Dränage verzichten können. Der Keller bleibt auch nach der vertikalen Abdichtung ein Keller. Es soll nur ein "ordentlicher" Zustand hergestellt werden, also kein rieselnder Putz und nicht gleich rostende Sägeblätter usw. Die Feuchte kommt wie schon geschrieben als aufsteigende bzw. seitliche eindringende Bodenfeuchte, aber nicht drückend, sondern über Kappillarwirkung. Was ich mich aber noch frage: Wohin "verschwindet" das Sickerwasser von oben?
    Interessant ist die Aufstellung der notwendigen Maßnahmen der letzten Bauvorhaben. Keine einzige Dränageanlage?! Nach welchen Gesichtspunkten wurden diese denn weggelassen? Meine Bekannten "schwören" auf Dränrohre. Eine Abdichtung ohne Dränage geht nach deren Meinung überhaupt nicht. Meine Überlegung, diese aus o.g. Gründen evtl. wegzulassen, wurde als ein bisschen riskant eingeschätzt...

  6. Woher... 13.11.08
    Herr Schwabe, bekommen Sie die Grundlage für Ihre Aussage, die 18195 gelte NUR für NEUbauten???
    Und wie lösen Sie bei einer Innenabdichtung das Problem der Anbindung an die Aussenabichtung und das Problem des abhebenden Wasserdrucks???
    Name: Ralf Dühlmeyer   E-Mail-Adresse anzeigen   http://www.duehlmeyer-architektur-planung.de

  7. @Fragesteller 13.11.08
    Ich hefte das mal unter "Stammtischparolen" ab was die Bekannten gesagt haben.
    Dränanlagen mindern nur den Lastfall des aufstauenden Wassers. Sollte das Problem hier begründet sein müsste es tropfbares Wasser also Rinnsale geben.
    Bodenfeuchte = Feucht schön... gibt es Wasser dringt in den Baustoff und kommt nach innen, das ist unstreitig möglich, aber selbst unsere älteren Gebäude haben meist eine Besichtung oder ähnliches wie Sperrputze oder Anstriche die zwar nicht ganz dicht sind, jedoch nur eine gewisse Menge Feuchte durchlassen, die früher keinen gestört hat weil nur Kartoffeln und Kohlen im Keller lagen. Diese Feuchte löst beim Durchwandern nach innen aus dem Baustoff Minerale also Salze. An der Oberfläche verdunstet die Feuchte (wenn das Raumklima es zulässt) wobei die Salze sich an der Oberfläche ablagern und durch Volumenvergrößerung Farben und Mörtel absprengen und Zermürben. Dieses Salz nimmt wiederum begierig Feuchte aus der Umgebung auf und es gibt noch mehr hygroskopische Feuchte.
    Dazu kommt noch die Möglichkeit der Kondensfeuchte welche sich auf den Bauteilen niederschlägt und wiederum Salze im Oberflächennahen Bereich lösen kann , wenn dieser Prozess über JAhre dauert.
    Ohne Untersuchung ist vieles Augenwischerei und dazu braucht es mehr als Geräte piepen zu lassen welche u.U. noch hygroskopische Feuchte messen.
    ZUr Voruntesuchung mit Erfahrung geeignet zur Instandsetzung sollten schon Bohrkerne gezogen werden.
    Name: Robert Bachmann   E-Mail-Adresse anzeigen  

  8. VETO - Herr Bachmann 13.11.08
    DIN 18195 - Anwendungsbereich: Diese Norm gilt u.a. nicht für Nachträgliche Bauwerksabdichtungen im Rahmen der Bauwerkserhaltung oder in der Denkmalpflege, es sei denn, es können hier Verfahren verwendet werden, die in dieser Norm beschrieben sind.
    Ansonsten sind alternative R.d.T. anzuwenden, wie z.B. die WTA-Merkblätter für nachträgliche Bauwerksabdichtung.
    Das nur der Vollständigkeit halber mit freundlichen Grüßen aus Berlin.
    Name: Uwe Tilgner   E-Mail-Adresse anzeigen  

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